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	<title>medienmaul. &#187; Krise</title>
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		<title>&#8220;Die Krise&#8221; mal anders</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 19:56:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienmaul</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eben noch davon gesprochen, fast schon als gegeben hingenommen &#8211; aber immernoch relativ unübersichtlich: die Krise. Nun hat sich auch die neuste Folge der Trendpiraten aus Köln mit dem Thema beschäftigt und lässt durch die gute Joyce Ilgner mal ein wenig tiefer blicken&#8230;

Trendpiraten &#8211; Episode 03 from Trendpiraten on Vimeo.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;">Eben noch davon gesprochen, fast schon als gegeben hingenommen &#8211; aber immernoch relativ unübersichtlich: die Krise. Nun hat sich auch</span> <a href="http://trendpiraten.tv/2009/06/trendpiratentv-episode-3/#comments" target="_blank">die neuste Folge der Trendpiraten aus Köln</a> <span style="color: #333333;">mit dem Thema beschäftigt und lässt durch die gute Joyce Ilgner mal ein wenig tiefer blicken&#8230;</span></p>
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<p><a href="http://vimeo.com/5230907">Trendpiraten &#8211; Episode 03</a> from <a href="http://vimeo.com/user718648">Trendpiraten</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
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		<title>Oh Du böse Medien-Krise!</title>
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		<pubDate>Thu, 07 May 2009 09:27:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienmaul</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Die&#8221; Krise erreicht also nun auch &#8220;die&#8221; Werbebranche im Internet. Abgesehen von der Tatsache, dass solche doch eher pauschalen Äußerungen wie ein Damokles-Schwert über unserer guten und bisher so stabilen Onliner-Branche schweben und die Augen der Betroffenen in Erwartung von dramatischen Neuigkeiten jede Newsmeldung mit einem lauten Schlucken verschlingen, scheinen weit überlegtere Reaktionen auf die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">&#8220;Die&#8221; Krise erreicht also nun auch &#8220;die&#8221; Werbebranche im Internet. Abgesehen von der Tatsache, dass solche doch eher pauschalen Äußerungen wie ein Damokles-Schwert über unserer guten und bisher so stabilen Onliner-Branche schweben und die Augen der Betroffenen in Erwartung von dramatischen Neuigkeiten jede Newsmeldung mit einem lauten Schlucken verschlingen, scheinen weit überlegtere Reaktionen auf die Entwicklungen tatsächlich auszubleiben.</p>
<p style="text-align: justify;">Echte und innovative Gegenmaßnahmen, die vielleicht auch mal zu einem Umdenken oder einer Neustrukturierung in der Branche führen könnten, bleiben tatsächlich einfach aus &#8211; die großen Verlage streichen munter ihre Auftritte zusammen (weil die sich ja sowieso nie wirklich rentiert haben), entlassen scharenweise junge, engagierte und digital-interessierte Mitarbeiter und klammern sich nahezu allesamt an die großen Einsparpläne irgendwelcher einst bedeutenden Namen aus dieser Verlagswelt. Fremdkapital-finanzierte Agenturen mit eins so großen, schillernden Namen straucheln von einem Liquiditätsproblem ins nächste, kaufen und verkaufen sich gegenseitig und beschweren sich alltäglich darüber, dass im Internet ja dummerweise alles kostenlos sei &#8211; ein Fehler, den man ja von Beginn an hätte vermeiden müssen. Die großen Vermarkter beklagen Umsatzeinbrüche von bisher nie geahnten Ausmaßen kämpfen verzweifelt um das letzte bisschen Potential, welches sich irgendwo in den Tiefen der Netzwelt tummelt &#8211; alles in allem ein Kreis, aus dem niemand wirklich auszubrechen scheint.</p>
<p style="text-align: justify;">Auffällig hingegen ist das &#8220;Bäumchen-wechsel-dich&#8221;-Spiel, welches in diesen Tagen zu Glanz und Gloria aufsteigt: die Karten werden neu gemischt und bisher erfolglose Köpfe irgendwelcher großen Unternehmen wechseln fleißig von A nach B, mit dem großen Ziel vor Augen, dort zu retten, was noch zu retten sei, während die Kenntnis über die Branche oder das Problem selbst entweder gar nicht vorhanden ist &#8211; oder vielleicht im bisherigen Job dann ja eigentlich schon den großen Durchbruch hätte bringen müssen. Wen wundert&#8217;s, bei all der Hilflosigkeit, die &#8220;DIE&#8221; Krise auszulösen scheint.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-233"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Nur wenige haben jetzt noch Muße, Kreativität oder überhaupt die Mittel, sich irgendwie nach vorne zu bewegen und neue Ideen zu entwickeln, anstatt den Kopf in den Sand zu stecken &#8211; und noch viel weniger schaffen es, in solchen Fällen eher auf die Qualität, denn auf die Quantität zu setzen. Denn im Grunde ist es doch wirklich ganz einfach, die aktuellen Probleme mal auf den Punkt zu bringen:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>1. Die Verlage: </strong>So ziemlich keine an einen Verlag gekoppelte Online-Plattform rechnet sich online auch nur annähernd so schnell, wie man es aus dem Print-Bereich gewohnt ist. Während man immernoch in der Illusion lebt, das Internet sei doch so günstig zu erobern und würde jeden Pionier in kurzer Zeit reich machen, realisiert niemand, dass ein Produkt (insbesondere eine Neuentwicklung) einen Investitionszeitraum mit sich bringt, bevor überhaupt mal schwarze Zahlen geschrieben werden können. Diese Information scheint jedoch noch bei keinem Verlag bekannt zu sein &#8211; als Investition akzeptiert man lediglich die Entwicklungskosten, dann hat sich das Projekt gefälligst selbst zu tragen und Gewinne zu erzielen, sonst wird es nämlich eingestampft. Und zwar eher früher als später. Ganz wichtig: immer nur nachmachen, was der Wettbewerb tut &#8211; für Eigeninitiativen bleiben weder Zeit, noch Geld.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>2. Die Geschäftsmodelle:</strong> Böses Thema. Überall tummeln sich die neuen Services 2.0, deren Schöpfer sich alltäglich den Kopf darüber zerbrechen, wie sie den Spass denn nun finanzieren können &#8211; während das Bestücken der eigenen Seiten mit althergebrachten Werbemaßnahmen immer seltener zu nennenswerten Ergebnissen führt und die Abhängigkeit von den großen Vermarktern den ein oder anderen direkt schon im Entscheidungsprozess in die Flucht schlägt, bleibt meistens nur der Schritt in die Nutzungsgebühr &#8211; selbst große Portale wie der Spiegel Online denken bereits laut über kostenpflichtigen Content nach, während andernorts bereits vom &#8220;neuen Internet&#8221; gesprochen wird, welches das &#8220;alte&#8221; doch bitte abzulösen habe. Die ganz gewieften Anbieter bauen sich natürlich ersteinmal kostenlose Angebote auf, schaffen sich Nutzer und Interessenten und verprellen diese dann im Nachhinein mit der Umstellung auf die Gebührenpflicht. Kurz gedacht, schnell am Ende. Nur wenige denken mit.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>3. Die Vermarkter:</strong> Herrscher über die letzten verbliebenen Einkünfte und gleichzeitig Schöpfer einer riesigen, leeren Luftblase. Das Erwirtschaften von Einkünften über die Vermarktung der Webseiten anhand von erzeugten Page Impressions will einfach kein Ende nehmen &#8211; zwangsläufig zählt die Quantität eben mehr, als die Qualität. Nicht der treue und regelmäßige Nutzer steht im Vordergrund, sondern der Druck auf die Anbieter, alles mögliche dafür zu tun, solche Page Impressions zu erzeugen. Statt sinnvollen und qualitativ hochwertigen Content zu bieten, entwicklen große Portale, Communities und sonstige Social Media Betreiber zahllose Ideen zur Vervielfältigung ihrer Seitenaufrufe &#8211; von überdimensionalen Klickmonstern wie Bildergalerien bis hin zu sinnlosen Verknüpfungen ihrer Inhalte untereinander. Der gemeine Internet-Nutzer ist genervt, verliert so früh wie möglich sein Interesse am Inhalt und verschwindet in kürzester Zeit wieder ins Niemandsland &#8211; daran ändert übrigens auch die allmähliche Umstellung auf CPA-Modelle so gut wie gar nichts.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>4. Die Agenturen:</strong> Getrieben vom Druck, sich am Leben zu erhalten und nicht neben dem Wettbewerb zurückzubleiben, steht der Gewinn an oberster Stelle. Während die einen sich noch in der Glamour-Welt von vorgestern wähnen und die anderen mit möglichst wenig Einsatz und Weitblick das schnelle Geld vor Augen haben, versuchen die nächsten doch nur all zu selten, echte Qualität zu liefern und dem Kunden proaktiv den richtigen Weg aufzuzeigen. Langfristige Erfolgsmodelle scheitern an eigener Manpower oder fehlendem Kapital beim Auftraggeber, kurzfristige Einkünfte für das eigene Unternehmen klettern auf der Prioritätenliste längst über die Ziele und Wünsche des Kunden &#8211; es heißt ja schließlich, die Krise irgendwie selbst zu überleben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>5. Die Nutzer:</strong> Abgestumpft durch das totale Überangebot an Produkten, Dienstleistungen, Services, Communities, Tools und wasweißichnichtalles minimiert der eigentlich aktive und erfahrene User und Empfänger im Netz seine Online-Tätigkeiten auf das Nötigste, beschränkt seinen Schaffensbereich auf die wenigen sinnvollen oder Spaß-bringenden Angebote und ignoriert gekonnt so ziemlich jeden überflüssigen Content oder umgeht die Kontaktversuche der Anbieter so gut er kann. Gleichzeitig ist die große Masse an Potential längst verängstigt und scheu in die Ecke gedrängt, liest, hört und sieht sie doch alltäglich über mangelnden Datenschutz, über beunruhigenden Umgang mit den eigenen Informationen und die völlig undurchsichtige Vernetzung aller Anbieter untereinander. Die unendliche Masse an Informationen, deren Qualität fast ständig mehr als zu wünschen übrig lässt, vergrault das riesige Potential für die Unternehmen zusehends, denn &#8211; das hatten wir ja bereits &#8211; die Quantität zählt eben mehr.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Internet herrschen in Wirklichkeit Chaos und Anarchie, alles zusammen wirkend in einer unkontrollierten und unübersichtlichen Dimension, geführt, geleitet und aufgebaut von fachfremden Wirtschaftsvertretern, mühsam zusammengehalten von wenigen engagierten und kreativen Pionieren und letztendlich genutzt von einer riesigen Masse mittlerweile nur noch kritischer, wenngleich auch scheuer Nutzer, die ihren Alltag am Ende wieder desillusioniert in der &#8220;echten&#8221; Welt verbringen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Und DANN kommt die wirkliche Krise.</p>
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