Datum: May 7th, 2009 | von: medienmaul | Kategorie: Gedanken | Tags: digital, Kommunikation, Krise, Medien, Social Media, Trends | 1 Kommentar »
“Die” Krise erreicht also nun auch “die” Werbebranche im Internet. Abgesehen von der Tatsache, dass solche doch eher pauschalen Äußerungen wie ein Damokles-Schwert über unserer guten und bisher so stabilen Onliner-Branche schweben und die Augen der Betroffenen in Erwartung von dramatischen Neuigkeiten jede Newsmeldung mit einem lauten Schlucken verschlingen, scheinen weit überlegtere Reaktionen auf die Entwicklungen tatsächlich auszubleiben.
Echte und innovative Gegenmaßnahmen, die vielleicht auch mal zu einem Umdenken oder einer Neustrukturierung in der Branche führen könnten, bleiben tatsächlich einfach aus – die großen Verlage streichen munter ihre Auftritte zusammen (weil die sich ja sowieso nie wirklich rentiert haben), entlassen scharenweise junge, engagierte und digital-interessierte Mitarbeiter und klammern sich nahezu allesamt an die großen Einsparpläne irgendwelcher einst bedeutenden Namen aus dieser Verlagswelt. Fremdkapital-finanzierte Agenturen mit eins so großen, schillernden Namen straucheln von einem Liquiditätsproblem ins nächste, kaufen und verkaufen sich gegenseitig und beschweren sich alltäglich darüber, dass im Internet ja dummerweise alles kostenlos sei – ein Fehler, den man ja von Beginn an hätte vermeiden müssen. Die großen Vermarkter beklagen Umsatzeinbrüche von bisher nie geahnten Ausmaßen kämpfen verzweifelt um das letzte bisschen Potential, welches sich irgendwo in den Tiefen der Netzwelt tummelt – alles in allem ein Kreis, aus dem niemand wirklich auszubrechen scheint.
Auffällig hingegen ist das “Bäumchen-wechsel-dich”-Spiel, welches in diesen Tagen zu Glanz und Gloria aufsteigt: die Karten werden neu gemischt und bisher erfolglose Köpfe irgendwelcher großen Unternehmen wechseln fleißig von A nach B, mit dem großen Ziel vor Augen, dort zu retten, was noch zu retten sei, während die Kenntnis über die Branche oder das Problem selbst entweder gar nicht vorhanden ist – oder vielleicht im bisherigen Job dann ja eigentlich schon den großen Durchbruch hätte bringen müssen. Wen wundert’s, bei all der Hilflosigkeit, die “DIE” Krise auszulösen scheint.
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Datum: April 20th, 2009 | von: medienmaul | Kategorie: Verlagswesen | Tags: Burda, Community, digital, Spiegel Gruppe, Verlag | Keine Kommentare »
Leider ist es immernoch nicht überall angekommen: die Medien brauchen einander. Statt ständig und wiederholt darüber zu diskutieren, ob denn nun Print- oder Online-Medium die neue Vormachtstellung (er)halten sollten, bin ich nach wie vor fest davon überzeugt, dass sich beide Medien unbedingt brauchen, um sich gegenseitig den Rücken zu stärken.
Nicht selten leiden hier Communities unter schwächelnden Mitgliederzahlen, während riesige Mengen von Abonnenten bei den zugehörigen Print-Vorgängern schlummern, nicht selten beklagen Magazine die stagnierenden Abonnenten-Zahlen, während online doch so Einiges zu holen wäre. Das Problem liegt – und da bin ich mehr als sicher – bei den Verlagen selbst: die breite Front alteingesessener Verlagsmitarbeiter jedweder Facon sträubt sich zusehends, den wilden und doch so unerzogenen “Onlinern” ihr Vertrauen zu schenken, sprechen ihnen und ihren Inhalten jede Qualität ab und sehen gar ihre eigene Zukunft durch dieses Medium so bedroht, dass sie jede intensive Zusammenarbeit lieber vermeiden. Gleichzeit gibt es die Seite der neuen digitalen Netzwelt-Bewohner, die es sich zu keiner Zeit nehmen lassen, gegen die verstaubte Liga der “alten” Gentlemen mobil zu machen und auf breiter Front skandieren: “Wir sind die Zukunft!”
Ausnahmen gibt es zwar doch hier und da (ich erwähnte bereits diverse Male die NEON als DAS Vorzeigeobjekt meiner Wahl), aber diese bestätigen ja bekanntlich auch nur die Regel. Langsam, ganz langsam schleicht sich jedoch auch in der Verlagswelt die neue, die bessere Denke ein. Während schüchtern hier und da mal ein Einleger die Heftchen dekoriert und online mal Bezug auf das ein oder andere Thema aus dem Print-Format genommen wird, gesellt sich zur alten Garde der Verlags-Oberen mittlerweile auch Jungvolk, welches aufgeschlossener, welches weiter denkt und neue Wege aufzeigt.
Zuletzt war es Philipp Welte, der dem Burda Medien Verlag in schweren Zeiten neue Wege aus der Krise bedeutete, heute scheint die Spiegel Gruppe ihre Konsequenzen zu ziehen. Zwar soll es sich hierbei lediglich um die Vermarktung der Formate handeln und nicht um den konkreten Schulterschluss der Medien, aber ein Anfang ist immerhin gemacht – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Nur, liebe Verlags-Leiter, vergesst bitte nicht: auch im Netz muss man in ein Produkt zunächst investieren, bevor sich das Ergebnis sehen lassen kann! Der verzweifelte Versuch, aus allem so schnell wie möglich Kapital zu schlagen, ohne die Bereitschaft für solche Investitionen zu zeigen, schlägt oftmals fehl. Der gleichzeitig genauso fehlleitende Gedanke, im Online Business sei doch recht günstig und schnell ein Gewinn zu erzielen, sitzt in den Köpfen der Altvorderen immer noch fest und entbehrt doch jeglicher Grundlage: von Nichts kommt nichts, meine Damen und Herren!
Datum: April 9th, 2009 | von: medienmaul | Kategorie: Verlagswesen | Tags: Burda, digital, Gruner+Jahr, Medien, Print, Verlag | Comments Off
Der Durchhaltewillen im Widerstand gegen digitale Medien unter den Print-Fachleuten (wenn man sie denn so nennen darf) hält offensichtlich an. Nicht nur, dass man verzweifelt versucht, mit entsprechenden Argumenten jedwede Qualität der Online Medien in Frage zu stellen, auch die Akzeptanz möglicher Alternativen scheint bisher eher auf kleiner Flamme zu brennen. Während zwar einige Magazine inzwischen (endlich) darauf setzen, den selbsternannten Medienbruch in eine sinnvolle Verknüpfung der Medien umzuwandeln (wie es zum Beispiel die NEON oder nun auch das Berliner Blatt “der freitag” vormachen), gibt es immer noch Hardliner.
Laut MEEDIA fordert nun nach Burda-Vorstand Helmut Markworth auch Gruner + Jahr Verlagschef Bernd Buchholz eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Printmedien, weil das angeblich den Qualitätsjournalismus fördern würde und vor allem unabhängige Berichterstattung unterstützen würde.
Warum allerdings höhere Einnahmen bei den Print-Medien mit der Qualität der Berichterstattung korrelieren, das bleibt mir schleierhaft. Natürlich mag es Zusammenhänge geben – aber über die Qualität sollte letztlich doch nicht das Budget entscheiden, oder?
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