October 16, 2010 0

Verwechslunsgefahr.

By medienmaul in Google

We know what you are searching for, even when you don’t.” – Unter dieser Headline hat Grey Istanbul eine schöne Printkampagne für Google umgesetzt. Mit der Bildunterschrift “Did you mean…” wurde hier für Google ein typisches Vertipper-Problem als Thema genutzt – mit schönen Ideen, wie ich finde.

Did you mean battleship?

Did you mean battleship?

Did you mean Jetlag?

Did you mean Jetlag?

Did you mean Astronaut?

Did you mean Astronaut?

October 12, 2010 0

GAP, die vorerst letzte.

By medienmaul in Facebook, Gedanken, Online Marketing

Da haben wir’s – es war wohl irgendwie ein Schildbürgerstreich, oder zumindest eine gar nicht mal so unintelligente, virale Kampagne. Nachdem nun die halbe Fachwelt, zahllose Blogger, hier und da sogar die Fachpresse und nicht zuletzt das komplette Social Web über das GAP-Phänomen herziehen durfte, rief man auf der Facebook-Seite des Unternehmens dazu auf, doch einfach mal eigene Entwürfe für tolle Logos einzureichen, wenn man es doch besser wisse.

Nun, nachdem man sich auf diesem Weg wohl und durchaus das ein oder andere zukünftige Erfolgsmodell für extrem kleines Geld an Land gezogen haben dürfte, findet man doch tatsächlich – oh Wunder – das altes GAP-Logo wieder im Einsatz. Sowohl im Shop, als auch bei Facebook. Dort heißt es übrigens, dass man nun ein Einsehen gehabt hätte, und nun auf seine Fans hören wolle.

Wer’s glaubt.

GAP-Shop bis heute:

GAP-Shop seit heute (wieder):

Ein bisschen was dazu gab es heute dann übrigens auch bei Spiegel Online zu lesen – unter anderem mit einem Hinweis auf GAP’s Pressesprecher und dessen Aussagen zur Sache im Adfreak-Blog. Am Ende bleibt zu sagen: coole Kampagne. Ernsthaft.

October 11, 2010 0

Das GAP-Komplott, die 2te

By medienmaul in Gedanken

Neuer  Beitrag zum Text “Der GAP-Effekt – oder warum Designer überflüssig sind“:

Man könnte glatt Mitleid bekommen – oder vielleicht eine kleine Sammelaktion starten. Aber den Schuh zieh’ ich mir nicht an. Nee.

October 11, 2010 0

Engels-Dialog multicrossmedial

By medienmaul in Gedanken, Medien, Social Media

Es ist Sonntagabend, 19:05 Uhr in Deutschland und für die Sendung “Schwiegertochter gesucht” auf dem Privatsender RTL schalten etwa 4.850.000 Zuschauer (!) zum einen ihren Fernseher ein, zum anderen ihren Verstand ab – insbesondere in der Gruppe der werberelevanten Zuschauer wachsen die Zahlen inzwischen auf einen stattlichen Marktanteil von über 20%. Daran ist im Großen und Ganzen natürlich nicht allzu viel auszusetzen – in erster Linie, weil ich mich selbst oft dabei erwische, aber vor allem auch, weil dadurch wirklich ganz neue und spannenden Erkenntnisse über die Mediennutzung auf verschiedenen Kanälen ans Tageslicht gelangen.

Auf diversen Veranstaltungen erzähle ich den Zuhörenden ja immer wieder gerne davon, wie “früher” (so vor etwa 5 Jahren) die Menschen abends vor den Fernsehern saßen und nebenbei im Netz surften, und dass sich das alles jetzt ja längst geändert hätte, dass sie inzwischen alle abends im Netz surfen und nur noch nebenbei fernsähen, dass deswegen die Werbekosten online ja immer weiter steigen und TV ja inzwischen… blablabla. Die meisten kennen das, Fazit ist: TV ist nicht mehr unbedingt DAS alleinige Leitmedium dieser Tage.

In letzter Zeit entwickelt sich allerdings eine völlig neue Art der crossmedialen Abendgestaltung: der Social Media TV Mob – kurz “SMTM”. (Achtung: das habe ich grad selbst erfunden und bin furchtbar stolz drauf!) Ich erkläre das auch mal kurz: während im TV Serien oder Sendungen mit breiter Akzeptanz laufen, werden diese in Real-Time und live dazu in den sozialen Medien diskutiert, kommentiert und thematisiert. Nirgends sonst und noch nie zuvor war es den Sendern bis jetzt möglich gewesen, noch während einer laufenden Ausstrahlung eine solch direkte Response einer so breiten Zielgruppe zu erhalten, die so direkt von einem Medium auf ein weiteres übertragen werden konnte – und damit eine weitere, wichtige Komponente in die bisher nur grob geschätzte Messbarkeit ihrer Ausstrahlungen bringt. Egal ob wir bei RTL ehevermittelte Bauern, bei ProSieben einen wettkämpfenden Raab oder bei der ARD den neusten Tatort aus Münster zu sehen bekommen – das Ergebnis ist überall das gleiche:

Zum oben genannten Beispiel: das Format “Schwiegertochter gesucht” kann man ungefähr mit einem sehr dummen Unfall vergleichen: es ist ziemlich unangenehm und peinlich, dabei zuzusehen – aber weggucken geht nun mal nicht. Und genau das passiert auch sehr vielen Zuschauern da draußen, die sich in genau dieser Situation zum Beispiel über Twitter und Facebook gegenseitig virtuell auf die Schultern klopfen und mal schmunzelnd, mal belächelnd oder auch peinlich geschockt über das austauschen, was sie dort sehen. Das lässt sich sehr schön an der folgenden Grafik aus Google-Suchergebnissen darstellen, wenn man nach dem Twitter-Hashtag “#sg” (für “Schwiegertochter gesucht”) googelt.

Wir sehen hier also in einer relativ unspektakulären Säulengrafik, was in der Realität weit extremere Höhepunkte erlebt: via Twitter und Facebook steppt der Bär – und das ist noch ziemlich untertrieben. Sicherlich bleibt es dahingestellt, ob die aktiven User aus dem Social Media Umfeld denn nun eine repräsentative Panelgröße darstellen oder überhaupt die Meinung des durchschnittlichen Zuschauers widerspiegeln, denn dafür fehlen auch mir die absoluten Zahlen. Aber: ich würde behaupten, dass dem so ist – und selbst wenn nur einige Meinungsmacher erreicht werden, kann man mit diesen gesammelten Ergebnissen durchaus arbeiten. Oh Schreck – da kommen wir wieder beim Thema “Social Marketing Communication” an: MITREDEN, den Dialog starten, aktivieren, einmischen, dabei sein. Dass das noch immer nicht bei jedem angekommen ist, das zeigt sehr schön der Unterschied zwischen dem auffällig offenen und kommunikativen Twitteristi-Team der ProSieben-Mitarbeiter (am Beispiel der Sendezeit “Schlag den Raab”) und dem schlichten Twitter-Feed des RTL-Pendants (Beispiel Sendezeit “Schwiegertochter gesucht”): – einfach die Seite vergrößern, falls zu schlecht lesbar -

Was sehen wir also: die einen nehmen das Thema auf, agieren und reagieren auf die eigenen Zuschauer, teilen sich mit und sind dabei – die anderen sind wohl eher ein ziemlich automatisierter Feed, maximal vielleicht irgendeine Pressetante, der zwischendurch mal einfällt, dass man Twitter ja auch noch befüllen könnte. Peinlich, übrigens: jetzt wollte ich an dieser Stelle auch noch die beiden Facebook-Kanäle gegenüber stellen – aber dort ist RTL noch gar nicht angekommen. Während ProSieben auch hier mit über 75.000 Fans (!) aufwartet und richtig schön aktiv am Ball ist, machen sich die Kölner noch rar.

So weit so gut. Wir stellen fest: zunächst mal müssen die Offline-Medien den Sprung ins Netz schaffen, so viel ist klar. Als nächstes sollten sie meiner Meinung nach erstmal a) ordentliches Social Media Monitoring betreiben, dann b) ein junges, cooles Team als Social-Media-Betreuer einstellen, gleichzeitig natürlich auch endlich c) den Mehrwert verstehen und damit d) ihr Image, ihre Marke und ihre Bekanntheit aufbessern. Dabei altbekannte Probleme: Angst vor dem Dialog, Angst vor explodierenden Kosten, Angst vor einem neuen Medium und Angst vor der eigenen Zielgruppe. Hallelujah – es bleibt spannend!

October 10, 2010 1

Der GAP-Effekt – oder warum Designer überflüssig sind.

By medienmaul in Gedanken, Medien

Wer braucht schon ausgebildete Webdesigner, wenn man mit dem Programm Paint und etwas gestalterischer Fantasie auch selber Screendesigns, Werbemittel oder sogar Firmenlogos erstellen kann? Richtig: niemand. (Achtung: ich betone an dieser Stelle ausdrücklich, dass diese Aussage ironisch gemeint ist. Danke.) Um diese Theorie zu belegen, hat das US-Unternehmen GAP einfach mal so richtig tief in die Tasche gegriffen und – wahrscheinlich für einen Gegenwert von etwa 25 Dollar – einen Schüler auf der offenen Straße von maskierten Tagedieben entführen lassen, diesen in einem VW-Bulli in die Wüste Nevadas verschleppt und dort dazu gezwungen, zu der Musik von Lady Gaga ein neues Logo zu erdenken. Zumindest ist das meine von vorne bis hinten erlogene These, denn jeder andere Hintergrund würde hier völlig unglaubwürdig wirken.

Das Tragische ist: die Story ist Realität. Das US-amerikanische Mode-Label hat in einer klammheimlichen Nacht- und Nebel-Aktion ein neues Logo eingeführt, welches an kreativer Peinlichkeit kaum zu überbieten ist – und seitdem als beliebtes Zielobjekt für belächelnde Witzchen im Social Web herhalten darf. Während das alte Logo über die Jahre für eine gewisse Bekanntheit gesorgt hat und inzwischen durchaus durch den Betrachter mit einer Marke in Verbindung stand, entspricht die neue Variante doch eher einer lustigen 5-Minuten-Session im guten alten Paint. Kongenial hingegen: die satirischen Adaptionen, welche den designerischen Kraft-Akt jede für sich durch den Kakao zieht…

Also: warm anziehen, hinsetzen, nicht erschrecken: hier (*Trommelwirbel*) das neue GAP-Logo:

Tjaha, da guckt Ihr. Die wenigsten konnten es wirklich glauben, aber es ist tatsächlich Fakt, wie man auch auf der Website des Unternehmens zu sehen bekommt. Das wäre dann die erste Hälfte der recht lustigen Geschichte – wenn da nicht noch all jene wären, denen dazu ihre hämischen Gedanken einfielen, die es da noch zu erwähnen gäbe… Kleiner Einblick?

Oder gar…

Nunja, unser Schaden soll’s nicht sein. Aber sowas wie ein Marken-Image aus Kostengründen mit Füßen zu treten, das kann am Ende ordentlich nach hinten losgehen – wie sich nur unschwer erkennen lässt.

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