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Burda startet Gewinnrätsel.de

Datum: May 14th, 2010 | von: medienmaul | Kategorie: Medien, Verlagswesen | Keine Kommentare »

Das Konzept ist simpel, die Umsetzung lag nahe: mit Gewinnrätsel.de hat Burda eine Plattform geschaffen, für die es nicht nur eine sehr große Zielgruppe am Markt gibt, sondern durch die ein über Jahre erfolgreiches Print-Produkt in ein Paid Content Modell der digitalen Welt verwandelt wird.

Gewinnrätsel.de

Während die meisten Verlage noch immer händeringend nach Wegen suchen, die eigenen Angebote und Inhalte abseits von klassischen Vermarkterprozessen zu finanzieren und sich in der Medienwelt eher wie die Frösche in der Milchkanne verhalten, scheint hier dann doch die Idee aufzugehen – die Bereitschaft, für größere Gewinnchancen und bei gleichzeitig noch transparenten Teilnahmebedingungen ein Online-Abonnement abzuschließen, welches bei kleinen Kosten viele Vorteile bietet scheint zumindest unter Rätsel-Fans ungebrochen.

Die Plattform Gewinnrätsel.de bietet den Nutzern die beliebtesten Varianten aller bekannten Rätselmöglichkeiten an: klassische Kreuzworträtsel, Astro-Sudoku, Buchstabensalat und auch Brückenwörter oder Zahlenrätsel vertreiben dem Nutzer die Zeit und bieten Chancen auf hochpreisige Gewinne, die sich regelmäßig ändern und durch Kooperationspartner zur Verfügung gestellt werden. Unter der Leitung von Daniela von Heyl (Director Innovation der Women & Entertainment Group) und Achara Multhaupt (Projektleitung Online) stehen neben der Plattform selbst auch zeitgleich iPhone- und iPad-Applikationen sowie die ebenfalls heute gestartete Facebook-Applikation im Mittelpunkt des Projektes.

Lediglich am Design scheiden sich wohl noch die Geister: während der erste Eindruck darauf schließen lässt, dass hier ein Kreativ-Azubi die ersten Gehversuche an verschiedenen Button-Makern im Web 2.0 Design unternehmen durfte, wird die gestalterische Einfachheit in der praktischen Nutzung dann sowieso zur Nebensache – manchmal muss weniger dann eben doch mehr sein. Dass es auf den Inhalt ankommt beweist insbesondere das niedliche Rätsel “Brückenwörter”: in detailverliebter C64-Retro-Optik fühlt sich der Nutzer hier ein paar Jahre zurückversetzt, während Spielspaß und vor allem Soundeffekte für ein ständiges Lächeln sorgen.

Fazit: starke Schwächen im Design, hoher Spaßfaktor und konzeptionell betrachtet eine Idee mit Zukunft – vielleicht spürt dieser strampelnde Frosch ja schon bald festen Boden unter den Füßen.


In eigener Sache: natürlich schreibe ich diesen Blogpost, weil die zuletzt genannte Achara Multhaupt mein mir per Gesetz angetrautes Eheweib ist – was allerdings meiner Neutralität in der Meinungsbildung keinen Abbruch tut.


Web & Print mal anders.

Datum: May 28th, 2009 | von: medienmaul | Kategorie: Gedanken, Verlagswesen | Tags: , , , , | Keine Kommentare »


Zusammen, was zusammen gehört.

Datum: April 20th, 2009 | von: medienmaul | Kategorie: Verlagswesen | Tags: , , , , | Keine Kommentare »

Leider ist es immernoch nicht überall angekommen: die Medien brauchen einander. Statt ständig und wiederholt darüber zu diskutieren, ob denn nun Print- oder Online-Medium die neue Vormachtstellung (er)halten sollten, bin ich nach wie vor fest davon überzeugt, dass sich beide Medien unbedingt brauchen, um sich gegenseitig den Rücken zu stärken.

Nicht selten leiden hier Communities unter schwächelnden Mitgliederzahlen, während riesige Mengen von Abonnenten bei den zugehörigen Print-Vorgängern schlummern, nicht selten beklagen Magazine die stagnierenden Abonnenten-Zahlen, während online doch so Einiges zu holen wäre. Das Problem liegt – und da bin ich mehr als sicher – bei den Verlagen selbst: die breite Front alteingesessener Verlagsmitarbeiter jedweder Facon sträubt sich zusehends, den wilden und doch so unerzogenen “Onlinern” ihr Vertrauen zu schenken, sprechen ihnen und ihren Inhalten jede Qualität ab und sehen gar ihre eigene Zukunft durch dieses Medium so bedroht, dass sie jede intensive Zusammenarbeit lieber vermeiden. Gleichzeit gibt es die Seite der neuen digitalen Netzwelt-Bewohner, die es sich zu keiner Zeit nehmen lassen, gegen die verstaubte Liga der “alten” Gentlemen mobil zu machen und auf breiter Front skandieren: “Wir sind die Zukunft!”

Ausnahmen gibt es zwar doch hier und da (ich erwähnte bereits diverse Male die NEON als DAS Vorzeigeobjekt meiner Wahl), aber diese bestätigen ja bekanntlich auch nur die Regel. Langsam, ganz langsam schleicht sich jedoch auch in der Verlagswelt die neue, die bessere Denke ein. Während schüchtern hier und da mal ein Einleger die Heftchen dekoriert und online mal Bezug auf das ein oder andere Thema aus dem Print-Format genommen wird, gesellt sich zur alten Garde der Verlags-Oberen mittlerweile auch Jungvolk, welches aufgeschlossener, welches weiter denkt und neue Wege aufzeigt.

Zuletzt war es Philipp Welte, der dem Burda Medien Verlag in schweren Zeiten neue Wege aus der Krise bedeutete, heute scheint die Spiegel Gruppe ihre Konsequenzen zu ziehen. Zwar soll es sich hierbei lediglich um die Vermarktung der Formate handeln und nicht um den konkreten Schulterschluss der Medien, aber ein Anfang ist immerhin gemacht – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Nur, liebe Verlags-Leiter, vergesst bitte nicht: auch im Netz muss man in ein Produkt zunächst investieren, bevor sich das Ergebnis sehen lassen kann! Der verzweifelte Versuch, aus allem so schnell wie möglich Kapital zu schlagen, ohne die Bereitschaft für solche Investitionen zu zeigen, schlägt oftmals fehl. Der gleichzeitig genauso fehlleitende Gedanke, im Online Business sei doch recht günstig und schnell ein Gewinn zu erzielen, sitzt in den Köpfen der Altvorderen immer noch fest und entbehrt doch jeglicher Grundlage: von Nichts kommt nichts, meine Damen und Herren!


Wie Print-Medien nach Luft schnappen

Datum: April 9th, 2009 | von: medienmaul | Kategorie: Verlagswesen | Tags: , , , , , | Comments Off

Der Durchhaltewillen im Widerstand gegen digitale Medien unter den Print-Fachleuten (wenn man sie denn so nennen darf) hält offensichtlich an. Nicht nur, dass man verzweifelt versucht, mit entsprechenden Argumenten jedwede Qualität der Online Medien in Frage zu stellen, auch die Akzeptanz möglicher Alternativen scheint bisher eher auf kleiner Flamme zu brennen. Während zwar einige Magazine inzwischen (endlich) darauf setzen, den selbsternannten Medienbruch in eine sinnvolle Verknüpfung der Medien umzuwandeln (wie es zum Beispiel die NEON oder nun auch das Berliner Blatt “der freitag” vormachen), gibt es immer noch Hardliner.

Laut MEEDIA fordert nun nach Burda-Vorstand Helmut Markworth auch Gruner + Jahr Verlagschef Bernd Buchholz eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Printmedien, weil das angeblich den Qualitätsjournalismus fördern würde und vor allem unabhängige Berichterstattung unterstützen würde.

Warum allerdings höhere Einnahmen bei den Print-Medien mit der Qualität der Berichterstattung korrelieren, das bleibt mir schleierhaft. Natürlich mag es Zusammenhänge geben – aber über die Qualität sollte letztlich doch nicht das Budget entscheiden, oder?