Datum: June 30th, 2010 | von: medienmaul | Kategorie: Community Marketing, Facebook, Social Media | Keine Kommentare »
Morgens gegen 9 Uhr und abends gegen 22 Uhr muss ich mich kurz in den kleinen Ort “Bohlsbach” bei Social City, einem von vielen Facebook-Spielen einloggen, damit meine Bürger ihre Arbeit bekommen, meine Fabriken wieder Teddy-Bären herstellen und die Müllabfuhr einmal kurz die Stadt reinigt. Nachdem vor nicht allzu langer Zeit zuerst Zynga’s Mafia, dann das Spiel “Farmville” im näheren Kontakt-Bekanntenkreis der Community ihren Siegeszug vollziehen (was auch an mir nicht vorbeigeht) und insbesondere das Thema Product-Placement und Ingame-Advertising plötzlich diskutiert werden (man sagt Zynga nach, man würde den Spielern das Geld aus der Tasche ziehen, weil man sie quasi abhängig mache) – nach all dem gibt es inzwischen unzählige Anbieter und Kopierer in dieser Spielewelt bei Facebook.
Für gewöhnlich läuft das Ganze so ab: der Spieler kann bis zu einem gewissen Punkt die spannenden Ziele (z.B. Level, Add-Ons, Sonderpunkte) im Game erreichen – und davon genau so viele, dass es doch wirklich äusserst schade wäre, ausgerechnet jetzt aufzuhören. Um dann aber wirklich weiter zu kommen und mit anderen Spielern mitzuhalten, kann er sich auf verschiedenste Art und Weise von seinem realen Vermögen das jeweilige Spielgeld kaufen, von dem er nun wiederrum weiter in das Spiel investieren kann – und das Konzept funktioniert so sehr gut. Nun mag man sich ja darüber streiten, ob die Art und Weise der Monetarisierung bei den meisten dieser Spiele nicht ein bisschen weniger offensiv – oder eher weniger “versteckt” umgesetzt werden sollte. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass solche Produkte wie ein Browser-Game, hinter dem Konzepter, Designer, Programmierer und Projektmanager stehen, natürlich nicht einfach kostenlos auf den Markt geworfen werden können.
Nun – dies Frage soll an anderer Stelle geklärt werden. Besonders auffällig ist jedoch, wie in letzter Zeit Unternehmen mit dem Ziel des Direkt-Vertriebs von Abos diese kleinen Social Games “entern” und für sich nutzbar machen. Ein sehr schönes Beispiel findet sich also im oben bereits erwähnten Spiel “Social City” des Herstellers Playdom, wo man zum Beispiel über lokale Print-Abos, Test-Zugänge oder Newsletterbestellungen Extra-Punkte erhalten kann: Hier weiterlesen! »
Datum: May 26th, 2010 | von: medienmaul | Kategorie: Community Marketing | 1 Kommentar »
Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, man müsse ja einfach nur ins Gespräch kommen und hätte damit PR-technisch ja schon eine ganze Menge erreicht ist genau diese Einstellung das eigentliche Fettnäpfchen der Werbetreibenden: negative PR kann nämlich genau den gegenteiligen Effekt bewirken. Wie weit das gehen kann und was alles in Folge dahinter steckt, das überlasse ich erfahrenen Meinungsforschern, klugen Statistikern und Kommunikationsexperten – mein Beitrag beschränkt sich lediglich auf ein Kopfschütteln und eher oberflächliches “Was für eine Scheiß-Werbung!”.
So auch heute wieder geschehen: wissensdurstig und voller Drang, spektakuläre Werbebotschaften und kreative Ideen in, um, auf und über Facebook zu entdecken springt mir ein Text-Ad mit folgender Überschrift ins Auge: “Kassen leer. Strände auch“.
Schnell wird klar, dass hier wohl jemand den total lustigen Weg der Satire als Medienwerkzeug auszuwählen versuchte um damit eine wiederrum total komische (virale??) Kampagne über Facebook zu fahren. (An dieser Stelle sei bemerkt: Ideen-Geber UND Texter gehören für die Umsetzung auf eine Insel verbannt).

Wenigstens eins wurde hervorragend beherzigt: die Botschaft setzt sich gekonnt auf der Landingpage fort. So konnte dann letztendlich sehr erfolgreich ein weiterer von unzähligen schlechten Witzen über das Griechische Volk und deren aktuelle Situation in die Medienwelt gerotzt werden und damit als Bereicherung in die Hall of Fame der dümmsten Sprüche eingehen.
Wir gratulieren.
Datum: May 21st, 2010 | von: medienmaul | Kategorie: Community Marketing, Facebook | Keine Kommentare »
Dass Werbekampagnen bei Facebook durchaus auch aufmerksamkeitsstark in Szene gesetzt werden können, beweist aktuell die sehr gelungene Kampagne des WWF zur Rettung der letzten noch lebenden Tiger. Über eine Facebook-App wird mit Einverständnis des Nutzers kurzerhand die Kontrolle über dessen Profilseite übernommen – natürlich nur visuell – und eine Kompletteinfärbung der Seite mit starker Bildsprache und akkustischer Untermalung erklärt die Ziele und Inhalte der Tierschutzkampagne.


Alleine schon die Umsetzung führt zu einem starken viralen Effekt, da es den Nutzern nicht nur auffällt, wenn endlich mal sinnvolle Apps ihren Alltag kreuzen (Thema Tierschutz), sondern weil auch das leidliche Thema Datenschutz in diesem Zusammenhang angesprochen wird: direkt vor Start der Applikation wird darauf hingewiesen, dass die eingeholten Profil-Informationen nach der einmaligen Nutzung sofort wieder gelöscht werden. Und wem vertraut man da schon, wenn nicht erst recht einer Organisation wie dem WWF?
Datum: October 12th, 2009 | von: medienmaul | Kategorie: Community Marketing, Online Marketing | Tags: Facebook | Keine Kommentare »
Dass der Montag als Start in die neue Woche bei den meisten Menschen einen eher schlechten Stand hat, dürfte die wenigsten Leser überraschen. Wie sich das allerdings genau abbildet und welche Ausmaße diese allwöchentliche schlechte Laune der Menschheit annimmt, das lässt sich neuerdings sehr schön durch die vielfältigen Möglichkeiten des User-Trackings abbilden.
Die FACEBOOK-Macher haben sich hierzu eine wirklich spannende Frage gestellt: lässt sich die Laune der Community-User anhand von positiven und negativen Schlüssel-Wörtern in den Status-Updates abbilden? Über diesen Weg wurde in den USA genau dieser Versuch gestartet, mit interessanten Ergebnissen.
Wie genau wurden die Status-Updates der US-Nutzer durchsucht? Ganz einfach: als positive Schlüsselworte oder solche, die Glück und gute Laune ausdrücken, wurden zum Beispiel Wörter wie “happy,” “yay” und “awesome” gewählt, während die Gegenseite aus Begriffen wie z.B. “sad,” “doubt” and “tragic” abgebildet wurde. Analysiert wurde das Ganze durch eine Software, so dass die Persönlichkeitsrechte der Nutzer jederzeit gewährleistet waren. (Quelle)
Als Ergebnis dieser Auswertungen lies sich in Folge ein Index festlegen (“Gross National Happiness“), welcher die Tage des beobachteten Zeitraums als “glückliche Tage”, und welche als “negative Tage” bewertete: überwog die Zahl der positiven Schlüsselwörter, konnte der Tag als “glücklich” gewertet werden.
Auf diesem Weg zeichneten sich bald die “glücklichsten” Tage der US-Amerikaner ab: Feiertage wie Thanksgiving und der 4. July, Events wie Halloween oder religiöse Feiertage wie Weihnachten und Ostern gehörten hier zu den Favoriten. Übrigens: Mittwoch, der 5. November 2008 – die Einführung von Barrack Obama in sein Amt – war ein doppelt so fröhlicher Mittwoch, wie ein durchschnittlicher. Beispielgrafik (April – Oktober):

Aber auch die Tage mit Wolken am Himmel wurden so deutlich: der unglücklichste Tag war der 22. Januar 2008, jener Tag, an dem die Börse in Asien in sich zusammenfiel und dummerweise auch der Schauspieler Heath Ledger sein tragisches Ende fand – dicht gefolgt vom Tode Michael Jacksons am 25. Juni 2009. Beispielgrafik (April – Oktober):

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