Das Konzept ist simpel, die Umsetzung lag nahe: mit Gewinnrätsel.de hat Burda eine Plattform geschaffen, für die es nicht nur eine sehr große Zielgruppe am Markt gibt, sondern durch die ein über Jahre erfolgreiches Print-Produkt in ein Paid Content Modell der digitalen Welt verwandelt wird.

Während die meisten Verlage noch immer händeringend nach Wegen suchen, die eigenen Angebote und Inhalte abseits von klassischen Vermarkterprozessen zu finanzieren und sich in der Medienwelt eher wie die Frösche in der Milchkanne verhalten, scheint hier dann doch die Idee aufzugehen – die Bereitschaft, für größere Gewinnchancen und bei gleichzeitig noch transparenten Teilnahmebedingungen ein Online-Abonnement abzuschließen, welches bei kleinen Kosten viele Vorteile bietet scheint zumindest unter Rätsel-Fans ungebrochen.
Die Plattform Gewinnrätsel.de bietet den Nutzern die beliebtesten Varianten aller bekannten Rätselmöglichkeiten an: klassische Kreuzworträtsel, Astro-Sudoku, Buchstabensalat und auch Brückenwörter oder Zahlenrätsel vertreiben dem Nutzer die Zeit und bieten Chancen auf hochpreisige Gewinne, die sich regelmäßig ändern und durch Kooperationspartner zur Verfügung gestellt werden. Unter der Leitung von Daniela von Heyl (Director Innovation der Women & Entertainment Group) und Achara Multhaupt (Projektleitung Online) stehen neben der Plattform selbst auch zeitgleich iPhone- und iPad-Applikationen sowie die ebenfalls heute gestartete Facebook-Applikation im Mittelpunkt des Projektes.
Lediglich am Design scheiden sich wohl noch die Geister: während der erste Eindruck darauf schließen lässt, dass hier ein Kreativ-Azubi die ersten Gehversuche an verschiedenen Button-Makern im Web 2.0 Design unternehmen durfte, wird die gestalterische Einfachheit in der praktischen Nutzung dann sowieso zur Nebensache – manchmal muss weniger dann eben doch mehr sein. Dass es auf den Inhalt ankommt beweist insbesondere das niedliche Rätsel “Brückenwörter”: in detailverliebter C64-Retro-Optik fühlt sich der Nutzer hier ein paar Jahre zurückversetzt, während Spielspaß und vor allem Soundeffekte für ein ständiges Lächeln sorgen.
Fazit: starke Schwächen im Design, hoher Spaßfaktor und konzeptionell betrachtet eine Idee mit Zukunft – vielleicht spürt dieser strampelnde Frosch ja schon bald festen Boden unter den Füßen.
In eigener Sache: natürlich schreibe ich diesen Blogpost, weil die zuletzt genannte Achara Multhaupt mein mir per Gesetz angetrautes Eheweib ist – was allerdings meiner Neutralität in der Meinungsbildung keinen Abbruch tut.

Das klingt fast so, als ob die Leute von Gewinnraetsel.de eine völlig neue Idee gehabt haben.
Tatsächlich gibt es sowas mit http://www.raetselfieber.de schon seit fast 10 Jahren! Nur steckt dort nicht so ein finanzstarker Verlag wie Burda dahinter, sondern alles ist mit der Zeit Stück für Stück gewachsen.
Übrigens ist raetselfieber.de im Gegensatz zu gewinnraetsel.de kostenlos!