April 20, 2009 0

Zusammen, was zusammen gehört.

By medienmaul in Verlagswesen

Leider ist es immernoch nicht überall angekommen: die Medien brauchen einander. Statt ständig und wiederholt darüber zu diskutieren, ob denn nun Print- oder Online-Medium die neue Vormachtstellung (er)halten sollten, bin ich nach wie vor fest davon überzeugt, dass sich beide Medien unbedingt brauchen, um sich gegenseitig den Rücken zu stärken.

Nicht selten leiden hier Communities unter schwächelnden Mitgliederzahlen, während riesige Mengen von Abonnenten bei den zugehörigen Print-Vorgängern schlummern, nicht selten beklagen Magazine die stagnierenden Abonnenten-Zahlen, während online doch so Einiges zu holen wäre. Das Problem liegt – und da bin ich mehr als sicher – bei den Verlagen selbst: die breite Front alteingesessener Verlagsmitarbeiter jedweder Facon sträubt sich zusehends, den wilden und doch so unerzogenen “Onlinern” ihr Vertrauen zu schenken, sprechen ihnen und ihren Inhalten jede Qualität ab und sehen gar ihre eigene Zukunft durch dieses Medium so bedroht, dass sie jede intensive Zusammenarbeit lieber vermeiden. Gleichzeit gibt es die Seite der neuen digitalen Netzwelt-Bewohner, die es sich zu keiner Zeit nehmen lassen, gegen die verstaubte Liga der “alten” Gentlemen mobil zu machen und auf breiter Front skandieren: “Wir sind die Zukunft!”

Ausnahmen gibt es zwar doch hier und da (ich erwähnte bereits diverse Male die NEON als DAS Vorzeigeobjekt meiner Wahl), aber diese bestätigen ja bekanntlich auch nur die Regel. Langsam, ganz langsam schleicht sich jedoch auch in der Verlagswelt die neue, die bessere Denke ein. Während schüchtern hier und da mal ein Einleger die Heftchen dekoriert und online mal Bezug auf das ein oder andere Thema aus dem Print-Format genommen wird, gesellt sich zur alten Garde der Verlags-Oberen mittlerweile auch Jungvolk, welches aufgeschlossener, welches weiter denkt und neue Wege aufzeigt.

Zuletzt war es Philipp Welte, der dem Burda Medien Verlag in schweren Zeiten neue Wege aus der Krise bedeutete, heute scheint die Spiegel Gruppe ihre Konsequenzen zu ziehen. Zwar soll es sich hierbei lediglich um die Vermarktung der Formate handeln und nicht um den konkreten Schulterschluss der Medien, aber ein Anfang ist immerhin gemacht – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Nur, liebe Verlags-Leiter, vergesst bitte nicht: auch im Netz muss man in ein Produkt zunächst investieren, bevor sich das Ergebnis sehen lassen kann! Der verzweifelte Versuch, aus allem so schnell wie möglich Kapital zu schlagen, ohne die Bereitschaft für solche Investitionen zu zeigen, schlägt oftmals fehl. Der gleichzeitig genauso fehlleitende Gedanke, im Online Business sei doch recht günstig und schnell ein Gewinn zu erzielen, sitzt in den Köpfen der Altvorderen immer noch fest und entbehrt doch jeglicher Grundlage: von Nichts kommt nichts, meine Damen und Herren!

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